Politik

Nachlese: Der verweigerte Handschlag trennt die Spreu vom Weizen

Von Machern im amerikanischen Oval Office und verbeamteten Versagern auf deutscher Regierungsseite

Der verweigerte Handschlag, eine Nachlese von Max Erdinger  zum gewollten Eklat beim Antritts – Besuch der Bundeskanzlerin in Washington

Schon der deutsche Bundestag ist nichts als eine Ansammlung von verbeamteten Juristen und Lehrern, die für ihre politische (Un)tätigkeit freigestellt worden sind. Die deutsche Regierung besteht aus Parteifunktionären, die zum größten Teil noch nie mit etwas anderem als ihrem Mundwerk einen Euro gemacht haben. Sehr verkürzt könnte man sagen, daß es sich bei der amerikanischen um eine Macherregierung handelt und bei der deutschen um eine Gesinnungs- und Bekenntnisregierung, die außer fordern, warnen und Zeichen setzen nicht viel zustande bringt. Mit Andrea Nahles haben wir eine Arbeitsministerin, die noch nie in ihrem Leben mit produktiver Arbeit Geld verdient hat , mit Ursula von der Leyen eine Verteidigungsministerin, die bei Amtsantritt keinen blassen Dunst von militärischen Dienstgraden hatte. Bis heute ist nicht ganz klar, was die in der DDR sozialisierte Angela Merkel zur CDU gebracht hat. Weggefährten Merkels hätten sie eher bei der SPD oder bei den Grünen gesehen.

Die amerikanische Regierung arbeitet für das amerikanische Volk, die deutsche für ihre ideologischen Visionen. Es ist Altbundeskanzler Helmut Schmidt gewesen, der den Ratschlag äußerte, daß, wer Visionen hat, besser zum Arzt gehen sollte.

Wenn sich also Merkel und Trump begegnen, prallen zwei verschiedene Welten aufeinander. Es wäre blauäugig, anzunehmen, daß der amerikanischen Regierung nicht klar wäre, mit wem sie es bei der politischen Klasse Deutschlands zu tun hat: Mit Parteiapparatschiks, die bisher lediglich bewiesen haben, daß sie über genügend strategische Intelligenz verfügen, um sich gegen ihre ärgsten Feinde – ihre eigenen Parteifreunde nämlich – in parteiinternen Konkurrenzkämpfen durchzusetzen, um fortan steuerfinanziert wie die Made im Speck zu leben. Von der realistischen Sicht eines materiell unabhängigen Stephen Bannon auf die Welt ist sein deutsches Gegenstück Peter Altmaier weit entfernt. Bannon sagt, wie er die Dinge sieht. Altmeier sagt, wie er sie in seiner Funktion sehen darf. Das ist der fundamentale Unterschied zwischen der neuen politischen Klasse Amerikas und derjenigen Deutschlands.

Die Herren in Washington haben sich also entschieden, anstatt ihrer Geschäfte Politik zu machen. Natürlich kommen sie dabei nicht umhin, sich an protokollarische Gepflogenheiten zu halten. Die gibt es, um für die Öffentlichkeit standardisierte Bilder eines politischen Normalbetriebs zu liefern. Es sind eben protokollarische Standards, deren Verletzung für Unruhe sorgen würde, weswegen man sie tunlichst nicht verletzt. Sie gelten dem Rang der handelnden Personen, nicht unbedingt ihrer individuellen Persönlichkeit. Es gibt aber einen kleinen Spielraum, der sich nutzen läßt, um Signale auszusenden, die interpretationsfähig sind und abseits des ganzen obligatorischen Protokolltheaters die Wahrheit erzählen.

Donald Trump weigerte sich im Oval Office, Angela Merkel bei der sogenannten PO (photo opportunity) die Hand zu schütteln. Bei der Frankfurter Allgemeinen mutmaßt man heute, daß Trump die Bitte der Pressefotografen nach einem Handschlag mit Merkel tatsächlich überhört haben könnte. Das ist lächerlich. Trump wußte jederzeit, daß gerade „photo opportunity“ ist. Und hätte Trump etwas daran gelegen, seine Verbundenheit mit Angela Merkel vor der Weltöffentlichkeit dokumentieren zu lassen, er wäre wohl selbst scharf darauf gewesen, Bilder von sich und Merkel beim Handshake in den Zeitungen der Welt zu sehen. Ganz offensichtlich hat er selbst darauf aber keinen Wert gelegt.

Es gibt am heutigen Tag hundert Zeitungsberichte über die unorthodoxe Art, in der Donald Trump Hände schüttelt. Trump schüttelt nämlich viele Hände. Bevor nun Angela Merkel ganze zwei Monate nach Trumps Amtseinführung und gut vier Monate nach seiner Wahl endlich ihre Aufwartung machen durfte, hatte Trump schon photo-opportunities mit dem japanischen Premier Abe und dem Kanadier Trudeau. (Trudeau hat Trump bei der Gelegenheit übrigens ausgetrickst, indem er seine linke Hand auf Trumps Schulter legte und so verhinderte, daß Trump ihn zu sich heranzog.)

Bei keiner der vorangegangenen photo-opportunities hat Trump vergessen, daß es ums Händeschütteln für die Weltpresse geht. Daß Trump schwerhörig wäre, hat man bisher auch noch nicht gelesen. Deswegen kann man ausschließen, daß es sich bei Trumps Weigerung, Merkel die Hand zu schütteln, um ein Versehen gehandelt hat. Die Botschaft ist glasklar: Ich weiß, daß gerade Protokolltheater ist und daß ich mich dem nicht allzu offensichtlich entziehen kann, aber ich erzähle euch trotzdem die Wahrheit. Die ist: Ich halte von Merkel überhaupt nichts. Ein „vergessener Handschlag“ reicht mir dafür.

Der nicht „vergessene“, sondern tatsächlich verweigerte Handschlag erzählt die Wahrheit über das Verhältnis zwischen Merkel und Trump. Alles andere, was gestern in Washington geredet worden ist, war Konfliktvermeidungstalk angesichts der protokollarischen Notwendigkeit, irgendwann einmal eben auch die Regierungschefin der größten Volkswirtschaft Europas und der drittgrößten der Welt zu empfangen, ganz egal, was man von ihr hält. Man sollte das nicht zur Bedeutungslosigkeit herunterspielen.

Das Signal war glasklar und es hat sehr viel Bedeutung, gerade für uns Deutsche, die wir dieses Jahr vor einer Bundestagswahl stehen. Wollen wir uns weiterhin eine Kanzlerin leisten, die dem Weg, den die USA einschlagen, diametral gegenüber steht? Trump will die USA den Bürgern Amerikas zurückgeben, er will drastischen Bürokratieabau betreiben und die ideologischen Menschenexperimente linksliberaler Gesellschaftsdesigner beenden. Bereits fünf Minuten nach Trumps Amtseinführung war die amerikanische Schwulen- und Lesbenbewegung von der Webseite des Weißen Hauses verschwunden. Merkel und die durchideologisierte Funktionärskaste der deutschen – und der EU-Politik wollen das exakte Gegenteil: Weitere Aufblähung der Bürokratie, Ausweitung von Zensur und Gesinnungskontrolle, immer mehr Gesetze, Verbote und Regulierungen bis in die letzten Winkel der Privatheit hinein.
Es stellt sich also die folgende Frage: Wollen wir Deutsche weiter regiert werden von einer Kanzlerin – oder von einem schamlosen roten Selbstbereicherer und Worthülsenproduzenten auf Steuerzahlers Kosten – , die beide vor dem Hintergrund folgender Konstellation Deutschand zunehmend in die Isolation treiben: Sich ständig steigernde Aggressivität der islamischen Welt, zerstörtes Verhältnis zu Russland, kritischer Zustand des Verhältnisses zum großen Verbündeten, in der EU weitgehend isoliert, die Medien gleichgeschaltet und das ganze Land von Gesinnungsethikern so tief gespalten wie nie zuvor. Können und wollen wir Deutsche uns das wirklich leisten? Ich bin tief davon überzeugt, daß wir uns das nicht leisten können.

Realiter ist es nämlich so, daß wir Deutschen es sind, die sich mit Merkel wieder einmal auf einem Sonderweg befinden, nicht alle anderen. Dieser Sonderweg ist eine Sackgasse. Über die deutsche Regierung schüttelt man in den USA, in Russland und auch in Japan nur noch verständnislos den Kopf, in den vormaligen Warschauer-Pakt-Staaten sowieso.

Das ist es , was Trump der Weltöffentlichkeit mit seinem verweigerten Handschlag signalisieren wollte: Die Zeit Merkels und die Zeit einer im Grundsatz sozialistischen, europäischen Funktionärskaste ist abgelaufen. Wer Merkel oder auch Schulz wählt, der sattelt ein totes Pferd. Die Hand von Nigel Farage schüttelt Trump bekanntlich sehr gern.
Aus allen diesen Gründen ist die Mutmaßung der FAZ, Trump könne die Wünsche sowohl der Kanzlerin als auch der Pressefotografen nach einem Handshake ganz einfach überhört haben, nichts weiter, als der Versuch, in der alten Manier weiterzumachen: Partout nicht zu sagen, was Sache ist.

Trumps verweigerter Handschlag war die eigentliche Botschaft des Treffens.

Ein Beitrag von Max Erdinger für Jouwatch

Foto: ap

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3 replies »

  1. Ein unglaublich großartiger Bericht, für den ich mich herzlich bedanken möchte. Es hätte niemand besser ausdrücken können.
    Für mich war es eine Freude zu sehen, wie der US Präsident Trump dieser kommunistisch-bolschewistisch erzogenen Stasi Mitarbeiterin die Hand verweigert. Nichts anderes hat Frau Merkel verdient. Sie steht eben nicht auf der gleichen Stufe wie Trump, sondern sehr weit unter ihm.

    Warum sie der CDU beigetreten ist, ist doch völlig klar. Um die Partei zu unterwandern, so wie es alle Muslime tun und jene, die Menschenverachtender nicht sein könnten. Sie sind es, die sich in allen Parteien breit machen. Es geht immer nur um Zerstörung, so wie das durch sie auch mit dem deutschen Volk geschieht.

    Gefällt 1 Person

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