Gesundheit

Reisehinweis für Sri Lanka – Dengue Fieber verbreitet sich rasant im ganzen Land

Risiko im ganzen Land: Wegen Dengue-Fieber auf Sri Lanka vor Mücken schützen

Wer seinen Urlaub auf Sri Lanka verbringt, sollte daran denken sich vor Mücken zu schützen.  Auf dem für Urlauber so beliebten Inselstaat im Indischen Ozean breitet sich das Dengue-Fieber rasant aus. In diesem Jahr wurden bereits 163.760 Dengue-Fieber-Neu-Erkrankungen gemeldet, dreimal mehr so viele, wie im gesamten letzten Jahr. Mehr als 390 Menschen sind bereits verstorben“, berichtet das Centrum für Reisemedizin (CRM) auf seiner Webseite. Es ist zur Zei der bislang schwerste Ausbruch dieser gefährlichen Tropenkrankheit auf Sri Lanka.

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Krankheit wird durch tagaktive Stechmücken übertragen

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit etwa 2,5 Milliarden Menschen durch das Dengue-Virus bedroht. Die Infektionskrankheit wird in den Tropen und Subtropen fast ausschließlich über tagaktive Stechmücken übertragen.

Das klinische Spektrum im Falle einer Infektion reicht von milden Formen, die fast symptomfrei verlaufen, über grippeähnliche Beschwerden mit Fieber, Kopfschmerzen, Muskel- und Gliederschmerzen, bis hin zu Fällen, bei denen es zu inneren Blutungen und Gefäßschäden kommt.

Nicht alle Infizierte entwickeln Krankheitssymptome. Meist dauern die Beschwerden etwa eine Woche. Bei dem Großteil der Betroffenen verschwindet das Dengue-Fieber ohne weitere Folgen.

Auch Urlauber sind gefährdet. „Die Anzahl der Dengue-Infektionen, die jährlich durch Reisende nach Deutschland importiert werden, ist stark abhängig von der epidemiologischen Situation in den Infektionsländern“, schreibt das Robert Koch Institut (RKI).

Im Jahr 2015 wurden dem RKI 722 Denguefieber-Erkrankungen übermittelt, die meisten davon aus Thailand. Dies habe auch damit zu tun, „dass es sich hierbei um ein stark frequentiertes Fernreiseziel handelt.“

Vor Mückenstichen schützen

Auch in Sri Lanka kommt die Viruskrankheit regelmäßig vor. „Mit einem Übertragungsrisiko ist landesweit zu rechnen, insbesondere während und nach der Regenzeit“, so das CRM.

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Am stärksten betroffen sei derzeit die Westprovinz mit den Verwaltungsdistrikten Colombo, Gampaha und Kalutara. Die Zahl der Neuinfektionen ist seit Anfang August allerdings zurückgegangen.

Eine Impfung gegen Denguefieber gibt es ebenso wenig wie Medikamente zur ursächlichen Behandlung.

Um sich vor einer Infektion zu schützen, sollte man Stiche von Moskitos vermeiden. Helle weite Kleidung zu tragen und Moskitonetze zu nutzen, sind Möglichkeiten, die gegen lästige Mücken helfen.

Tipps zur Insektenabwehr (Insektenabwehr/Repellentien (Kpt. 1-15). In: Selbstbehandlung nach Braun)

Raumschutz

Aufenthalt in geschlossenen Räumen (Klimaanlage)
Mückenschutzgitter* vor Fenstern, Türen und Zelteingängen
Moskitoschlafnetz* (Maschenweite maximal 1 bis 1,2 mm)
Eliminierung von Ektoparasiten (zum Beispiel Fliegenklatsche)

 

Personenschutz

rechtzeitiges Anlegen von heller, dicht abschließender, aber nicht eng anliegender Kleidung (Durchstechgefahr)
Kopfbedeckung (zusätzlich mit Moskitonetz, sofern erforderlich)
Selbstinspektion nach Aufenthalt im Risikogebiet (Zecken sofort entfernen)

Als weitere Schutzmaßnahme empfiehlt es sich, potenzielle Brutstätten von Ektoparasiten in Wohnungsnähe zu beseitigen. Bevorzugte Ansiedlungsorte für Ektoparasiten sind Regentonnen, Dachrinnen oder alte Autoreifen, in denen sich Wasser sammelt. Durch Beseitigung solcher Quellen lassen sich Insektenschwärme vor dem Fenster, auf der Terrasse oder im Garten häufig vermeiden.

*) gegebenenfalls imprägniert mit Repellent beziehungsweise Insektizid


Wie Repellentien wirken

Repellentien verdampfen meist bereits bei Raumtemperatur langsam. Wahrscheinlich lösen sie bei den Insekten unangenehme Reize aus oder verhindern eine Ortung des möglichen Wirts, indem sie dessen Körpergeruch maskieren. Dabei hängt die Repellentwirkung von der chemischen Zusammensetzung, Temperatur und Feuchtigkeit an den behandelten Hautoberflächen ab. Im Gegensatz zu Insektiziden sind Repellentien für Ektoparasiten nicht tödlich, deshalb ist die Gefahr der Resistenzbildung vergleichsweise gering.

 Die Wirksamkeit der Repellentien ist vom Alter, Geschlecht und der Ernährung weitgehend unabhängig. Ein ungenügender Schutz trotz Repellenteinsatz ist meist auf unsachgemäße Anwendung beziehungsweise falsche Produktauswahl zurückzuführen. Eine Übersicht gängiger Repellentien ist in Tabelle 1 dargestellt.


Tabelle 1: Übersicht der Repellentien nach Wirkspektrum, -stärke und Nebenwirkungen

Wirkstoff   Handelsname (Auswahl)  Wirkspektrum  Wirkstärke  Nebenwirkungen 
Diethyltoluamid (DEET)  Antibrumm® forte Pumpzerstäuber
Azaron® before
Exopic 8®
Pellit®  
Bremsen, Fliegen, Stechmücken, Zecken  hoch, tropentauglich nur Produkte > 20 Prozent  bei unsachgemäßer Anwendung neurotoxische und allergische UAW; CAVE: greift Kunststoffe an 
Icaridin (Bayrepel® Autan® Active,
Autan® Family 
Bremsen, Fliegen, Stechmücken, Zecken  mit DEET vergleichbar, auch in Bezug auf Anwendung in den Tropen  keine bekannt 
Dimethylphtalat (DMP)  Antiinsect® (Mibelle)
Deco Antimückenmilch® 
Haus-, Stech-, Fiebermücken, (Fliegen, Zecken?)  wirkt im Vergleich mit DEET und anderen Repellentien am schwächsten; meist kombiniert mit anderen Repellentien  Hautirritationen (selten) 
Ethyl-Butylacetylaminopropionat (EBAAP, IR 3535)  Antibrumm® Sensitive
Flystop® Stichfrei
Perysan®
Stop den Biss® 
Bienen, Bremsen, Fliegen, Stechmücken, Wespen, Zecken  im Vergleich zu DEET weniger effektiv  keine bekannt 
etherische Öle (Mischungen)  Contra Mück®
Djungel Deo®
Anti Mück®
Taoasis® Mückenstop 
eingeschränkt, kein zuverlässiger Schutz gegen Zecken und Stechmücken  kürzere Wirkdauer als andere Repellentien  hautreizend, besitzt Allergisierungspotential (verstärkt nach Sonnenexposition), toxikologisch nicht unbedenklich 


DEET bei Tropenaufenthalt

 Diethyltoluamid (DEET, Meta-Delphene, N,N-Diethyl-3-methylbenzamid) ist ein Insekten- und Zeckenvertreibungsmittel gegen ein breites Spektrum an Ektoparasiten. Die Wirksamkeit wurde am Menschen gegen Insekten wie Fliegen, Mücken, Moskitos, Bremsen, Milben, Zecken sowie gegen Egel geprüft. Die Schutzwirkung gegen Mücken, Moskitos, Zecken und Bremsen, Tsetsefliege und andere Fliegen ist gut, gegen einige Arthropoden wie Bienen, Hummeln, Wespen und Hornissen ist sie schwach bis fehlend.

10- bis 35-prozentige Zubereitungen werden ein- bis zweimal täglich lokal angewendet, in niedriger Konzentration auch häufiger. Besondere Vorsichtshinweise gelten bei großflächiger Anwendung, das heißt an mehr als 20 Prozent der Körperoberfläche, sowie für Anwendungen auf stärker resorbierenden Hautpartien (Hautfalten in Gelenkbeugen, zwischen den Fingern und Zehen, intertriginöse Bereiche, Wunden, Hautläsionen, Sonnenbrand), an Haut- und Schleimhautgrenzen sowie in der Nähe der Augen und Nasenöffnungen.

In Schwangerschaft und Stillzeit sollte die Anwendung von DEET vermieden werden, da hierzu keine Erkenntnisse vorliegen. Auch bei Säuglingen darf DEET nicht angewendet werden. Bei Kindern ist die Insektenabwehr mit DEET möglich, allerdings ist eine wiederholte, mehrtägige oder großflächige Anwendung zu vermeiden.

Als Nebenwirkungen wurden in Einzelfällen nach häufiger Anwendung lokale Hautreizungen (Brennen, Rötung und Kontakturtikaria) und Sensibilisierungsstörungen beobachtet. Bei Konzentrationen über 30 Prozent können Blasenbildungen, Ulzerationen und Nekrosen auftreten. DEET ist neurotoxisch und führte in sehr seltenen Fällen zu tödlichen Enzephalopathien bei Kindern.

Zu beachten ist, dass DEET einige Kunststoffe angreift. Ein Kontakt mit Sonnenbrillen, Kunststoffflaschen, Telefonhörern, eventuell auch Stützstrümpfen sollte daher vermieden werden.

Auf Grund seiner sehr guten Nutzen/Risiko-Dokumentation wird DEET von der WHO empfohlen. Je nach Anwendungsform und Konzentration wirkt es ausreichend lang: Gegen Mücken zum Beispiel bis zu acht Stunden, gegen Zecken bis zu zwei Stunden.

Icaridin: Kein Kunststoffproblem

Icaridin (2-(2-Hydroxyethyl)-1-piperidin-carbonsäure-methylpropylester, Bayrepel®) wurde bei unterschiedlichen Ektoparasiten untersucht. Dabei erwies es sich als gleich gut wirksam wie DEET, gegenüber einigen Spezies sogar als überlegen. Zum Wirkspektrum gehören unter anderem Anopheles-, Aedes-, Culex- und Simulium-Arten, die Gemeine Stechfliege (Stomoxys calcitrans) sowie der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). 10-prozentige Formulierungen wehren Mücken und Bremsen bis zu vier Stunden zuverlässig ab. 20-prozentige Präparationen schützen bis zu acht Stunden vor Mücken und Bremsen und bis zu vier Stunden vor Zecken.

Untersuchungen an Labortieren ergaben keine Hinweise auf embryotoxische beziehungsweise teratogene Effekte. In einer Zwei-Generationen-Studie wurde die Substanz auch während der Laktationsphase gegeben, ohne dass negative Einflüsse auf die Nachkommenschaft festgestellt wurden. Somit ist bei einer Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit kein Risiko zu erwarten. Da keine konkreten Daten vorliegen, wird Icaridin bei Kindern unter zwei Jahren allerdings nicht empfohlen.

Auf der Haut wirkt Icaridin weder irritierend noch sensibilisierend. Verglichen mit DEET vermittelt es ein besseres Hautgefühl und riecht angenehmer. Leichte lokale Reizungen der Schleimhäute sind jedoch möglich. Anders als DEET greift der Wirkstoff Kunststoffe nicht an.

 DMP meist in Kombination

Dimethylphthalat (DMP, Phthalsäuredimethylester, Palatinol) wirkte in einer kontrollierten In-vivo-Studie an drei bis vier Tage alten Ratten verglichen mit anderen Repellentien am schwächsten. Eine Schutzwirkung besteht gegen Hausmücken (Culex species), Stechmücken (Aedes species) und Fiebermücken (Anopheles species). Daten aus klinischen Studien zur Dosierung und zur Anwendungsdauer als Insektenabwehrmittel liegen nicht vor. DMP wird oft mit anderen Repellentien kombiniert.

Eine Bewertung der Embryotoxizität ist nicht möglich, weshalb von einer Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit abgeraten wird. Auch für den Einsatz bei Kindern liegen nicht ausreichend Daten vor, sodass von einer Anwendung abzuraten ist.

DMP reizt die Haut nur unbedeutend, bei längerer Kontaktzeit jedoch die Augen. Im Ames-Test wirkt es mutagen. Auf Grund unvollständiger toxikologischer Daten ist eine Nutzen/Risiko-Bewertung nicht möglich. Bezüglich der beanspruchten Anwendungsgebiete liegen keine kontrollierten klinischen Studien vor.

Repellent 3535 für Tropen zu schwach

Repellent IR 3535 (Ethyl-Butylacetylaminopropionat) wirkt laut Herstellerangaben gegen Stechmücken (Aedes aegypti, Anopheles), Tsetsefliege (Glossinae), Zecken, Flöhe und Bremsen (Tabanidae). Obwohl die Substanz in Europa seit mehr als 20 Jahren als Repellent angewendet wird, liegen kaum Daten zu unerwünschten Wirkungen vor. Gleiches gilt auch für Angaben zur chronischen Toxizität, Kanzerogenität und Mutagenität. Die akute Toxizität der Substanz und ihr Nebenwirkungspotenzial sind gering.

Gegen Anopheles species ist die Substanz weniger wirksam als DEET oder Icaridin und daher für Aufenthalte in den Tropen, genauer in Malariagebieten, nicht zu empfehlen.

Repellent 3535 wird in Konzentrationen von 10 bis 20 Prozent angewendet. Bei Kindern wird die Anwendung erst nach Erreichen des ersten Lebensjahres empfohlen.

 Etherische Öle nicht zuverlässig

Repellentien, die auf etherischen Ölen basieren, sind trotz ihrer natürlichen Herkunft nicht wirksamer oder besser verträglich als ihre synthetischen Konkurrenten. Sie wirken meist nur kurze Zeit und haben ein eingeschränktes Wirkspektrum. So schützen sie nicht zuverlässig gegen Zecken und aggressive Moskitos (Anopheles species). Die Wirksamkeit kann durch Mischungen verschiedener etherischer Öle in der Regel nicht erhöht werden.

Wichtig für die Beratung

Kein Repellent stellt einen hundertprozentigen Schutz vor Stichen und ektoparasitär übertragenen Krankheiten dar.
Repellentien sollten frühzeitig, flächendeckend und lückenlos auf alle zu schützenden Hautstellen aufgetragen werden, gegebenenfalls auch unter sehr dünne Kleidungsstücke.
Repellentien niemals in Nähe der Augen, Lippen, Nasenöffnungen, auf Schleimhäuten sowie auf Hautläsionen (Wunden, Sonnenbrand) auftragen.
Bei versehentlichem Augen- oder Schleimhautkontakt Repellentien gründlich mit Wasser abspülen.
Wegen der Gefahr von Schleimhautreizungen durch Reiben, Verschmieren und Ablecken sind Repellentien nicht bei Säuglingen und Kindern unter zwei Jahren anzuwenden. Zudem ist eine perkutane Resorption wegen der größeren Hautoberfläche, bezogen auf das Körpergewicht, ausgeprägter als bei Erwachsenen.
Schutz und Wirkdauer von Repellentien sind je nach Substanz, Dosis (Wirkstoffkonzentration und aufgetragene Menge) und je nach Spezies unterschiedlich. Die Angaben zur Wirkdauer der einzelnen Präparate stellen daher nur Anhaltspunkte dar.
Die Schutzwirkung von Repellentien ist generell bei hoher Luftfeuchtigkeit, hohen Temperaturen, Wind, durch starkes Schwitzen (Sport), nach dem Baden und Duschen vermindert: wiederholtes Anwenden.
Bei nachlassender Wirksamkeit erneutes Auftragen.
Bei gleichzeitiger Anwendung von Körperpflege- und Sonnenschutzmitteln, Repellentien stets zuletzt auftragen. Hierbei kann der Sonnenschutz beeinträchtigt sein. Um dies zu vermeiden, immer erst das Sonnenschutzmittel und 15 bis 30 Minuten später das Repellent auftragen. Eine fixe Kombination aus Repellent und Sonnenschutzmitteln wird daher nicht empfohlen.
Repellent abwaschen, wenn Schutz nicht mehr nötig ist.
Repellent-Produkte im Ausland können bedenkliche Wirkstoffe beziehungsweise Wirkstoffkonzentrationen enthalten (Reiseapotheke).
Unterschiede und Anwendungsvorschriften im Hinblick auf Kunststoffe und Synthetika sind zu beachten, das heißt bei DEET Kontakt meiden! Nylon und Perlon in Bade- oder sonstigen Textilien werden von den gebräuchlichsten Repellentien nicht angegriffen.
Repellentien sind kindersicher aufzubewahren.


Darüber hinaus sind etherische Öle auch toxikologisch nicht völlig unbedenklich. Sie können hautreizend sein und ein relativ hohes allergiesierendes Potenzial besitzen, das durch Sonnenexposition noch verstärkt werden kann. Der Geruch mancher Produkte wird als unangenehm, stechend und aufdringlich beschrieben. Hinzu kommt, dass Wirksamkeit und Risiken der dermalen Applikation etherischer Öle deutlich schlechter untersucht und dokumentiert sind als bei Icaridin oder DEET.

Beratungshinweis: Selbst wenn ein natürliches Produkt gewünscht ist, etherische Öle vertragen werden, ihr intensiver Geruch toleriert wird und nur eine Stichprophylaxe erzielt werden muss, stellen Repellentien mit etherischen Ölen allenfalls eine kurzfristig anzuwendende Alternative mit eingeschränktem Wirkspektrum dar. Eine Aufstellung von Naturstoffen mit Repellentwirkung ist dem folgenden Kasten zu entnehmen.

Naturstoffe mit Repellentwirkung

Anisöl
Basilikum
Bergamottöl
Birkenholzteer
Campher
Cajeputöl
Citronellöl
Eisenkraut
Eukalyptusöl 
Geraniumöl
Kiefernöle
Knoblauch
Kokosnussöl
Lavendelöl
Menthol
Muskatöl
Nelkenöl
Orangenblütenöl 
Pfefferminzöl
Poleiöl
Rosmarinöl
Sternanisöl
Thymianöl
Zedernöl
Zimtöl 


(modifiziert nach Röder 1995)

Wenig Studien zu Alternativen  

Vitamin B1 (Thiamin), Knoblauch- oder Petersilienölkapseln: Zu ihrer peroralen Einnahme als Insektenabwehrmittel liegen keine überzeugenden Studienergebnisse vor.

Die empfohlene Thiamin-Dosierung schwankt zwischen 75 und 150 mg als Einmaldosis und beläuft sich auf mindestens 600 mg als Tagesdosis. Die Schutzwirkung ist individuell verschieden und wird von zahlreichen Autoren angezweifelt.

Biozidverdampfer verbreiten Insektizide, die als Kontakt-, Nerven- und Atemgifte auf Insekten tödlich wirken und wegen ihres gesundheitsgefährdenden Potenzials auch nicht mit dem menschlichen Organismus in Kontakt kommen sollten. Damit Insektizide ihre Wirkung entfalten können, muss in der Umgebung zunächst eine wirksame Konzentration erreicht werden. Bei empfindlichen Personen können Atemwege, Haut, Schleimhäute und Augen gereizt werden.

Eingesetzte Insektizide sind zum Beispiel Pyrethrum (Rohextrakt aus verschiedenen Chrysanthemen-Arten) oder Pyrethroide wie Permethrin, Allethrin, Transfluthrin, die zur Verlängerung der Wirkdauer häufig mit Piperonylbutoxid (PBO) kombiniert werden.

Umgebungsmaßnahmen wie Gartenfackeln, Teelichter, Armbänder, Wirkstoffverdampfer, Repellentlampen oder Ultraschallgeräte (Stechschutz durch hochfrequente Töne) konnten in wissenschaftlichen Untersuchungen bislang nicht überzeugen. Birkenholzteerhaltige Repellentien werden nicht nur wegen ihres stark anhaftenden Geruchs als unangenehm empfunden, sondern können auch Kanzerogene enthalten.

Kriterien für Repellentauswahl

Repellentien gibt es in zahlreichen Darreichungsformen. Die Wahl eines Produktes richtet sich nach verschiedenen Gesichtspunkten: Verteilbarkeit: Lösungen/Lotionen lassen sich besonders gleichmäßig verteilen.

 

Zugänglichkeit: Sprays/Aerosole lassen sich gut an schwer zugänglichen Stellen auftragen, sollten aber nicht in geschlossenen Räumen angewandt werden.
Cross-Kontamination: Stifte lassen sich auftragen, ohne die Wirksubstanz mit den Händen an unerwünschte Stellen zu bringen.
Pflegende Komponente: Cremes können gleichzeitig pflegende Komponenten beinhalten und so das oft dumpfe Hautgefühl lindern.
Wirkdauer: Lipophile Komponenten können die Wirkdauer etwas verlängern.
Mückenbänder und -streifen bieten im Gegensatz zu flüssigen Repellentien keinen flächendeckenden Schutz, denn mit ihrem sensorischen Ortungssystem nutzen Mücken jeden Zentimeter unbehandelter Haut.


Redaktion

Quellen: WHO / Schlüsselkindblog / Braun, R., Schulz, M.: Insektenabwehr/Repellentien (Kpt. 1-15). In: Selbstbehandlung. Beratung in der Apotheke. Govi-Verlag, Eschborn 1994, inkl. 7. Erg.-Lfg. 2006.

Foto: dpa Desinfektion in den Straßen auf Sri Lanka

 

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3 replies »

  1. Ich habe Zuhause 2 Elektrokutoren, einen großen draussen und einen kleineren drinnen an der Wand…kosten so zwischen 30 und 50 Dollar..
    Extrem effektiv, ziehen Insekten an und brutzeln sie dezent.
    Ich weiss nicht genau was darin verbaut ist, eine blaue Lampe ähnlich einer Ultraviolettlampe plus Käfig…
    Wir haben hier sogenannte Zankudos, das sind sehr kleine Moskitos die unbedingt stechen wollen…juckt wie Hölle, und Dengue Saison haben wir auch, bin einmal erkrankt und hatt das was man „Bone Break fever“ nennt, extrem schmerzhaft, Knochen tuen höllisch weh und dauerte 6 Wochen.
    Starke Antirheumatika lindern den Schmerz.

    Wichtig ist es im näheren Umfeld alle stehenden Wasserflächen zu eleminieren bzw. auszugleichen, also Pfützen, draussen gelagerte Autoreifen usw., darin gedeihen sie.

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