Wissenschaft

Stumpfkrokodile – frisch geschlüpft

Das Stumpfkrokodil gehört mit bis zu 190 Zentimeter Länge zu den kleinsten Arten innerhalb der Familie der Echten Krokodile. Rekordlängen von knapp über 200 Zentimeter sind dokumentiert, jedoch sehr selten. In der Regel werden sie bei einem Gewicht von bis zu 35 Kilogamm nur 150 Zentimeter lang. Der Rücken des Stumpfkrokodils ist dunkelgrau bis schwarz gefärbt und zeichnet sich durch eine sehr starke Panzerung aus. Auch der Nacken sowie die Bauch- und Seitenschilde sind mit Hautknochen verstärkt. Ventral zeigt sich eine gelbliche Färbung, die mit zahlreichen dunklen Flecken durchsetzt ist. Pflasterzähne im hinteren Teil der Kiefer sind vor allem für das Knacken hartschaliger Nahrung geeignet. Juvenile Stumpfkrokodile weisen dorsal hellbraune Streifen auf, die sich über den gesamten Rücken und den Schwanz ziehen. Namensgebend ist übrigens die relativ kurze, stumpfe Schnauze. Krokodilbabys3

Verbreitung

 

Das Stumpfkrokodil ist mit zwei Unterarten in weiten Teilen Zentral- und Westafrikas verbreitet. Es kommt insbesondere in Angola, Benin, Burkina Faso, Kamerun, der Republik Zentralafrika, dem Kongo, der Elfenbeinküste, in der Demokratischen Republik Kongo, in Äquatorial Guiana, in Gabun, Gambia, Ghana, Guinea-Bissau, Liberia, Mali, Nigeria, im Senegal, in Sierre Leone sowie in Togo vor. Es lebt in tropischen Regenwäldern mit flachen Fließgewässern, in Sumpfgebieten oder in Überschwemmungsgebieten. Krokodilbabys4

 

Ernährung

 

In Bezug auf ihre Nahrung gelten Stumpfkrokodile als opportunistische Generalisten. Als nachtaktiver Jäger fressen Stumpfkrokodile überwiegend Fische (Pisces), Weichschildkröten (Trionychidae), Krebstiere (Crustacea) und Amphibien (Amphibia). Aber auch Muscheln (Bivalvia), Schnecken (Gastropoda) und Insekten (Insecta) werden keineswegs verschmäht. Saisonal kann sich die Nahrung unterschiedlich zusammensetzen. So wird in der Trockenzeit, in der Fisch Mangelware ist, eher auf Krebstiere zurückgegriffen. Zudem verringert sich die Nahrungsaufnahme in der Trockenzeit und ihr Metabolismus fährt deutlich herunter, um Kraft und Energie zu sparen.

 

Fortpflanzung

 

Die Paarungszeit beginnt mit Beginn der Regenzeit. Dies ist in den meisten Regionen im Mai oder im Juni der Fall. Das Weibchen baut in Wassernähe ein Hügelnest aus Pflanzenteilen und anderem weichem organischem Material. Das Gelege ist relativ klein und umfasst in der Regel zwischen 10 bis 20 Eier. Das Weibchen bewacht das Nest über einen Zeitraum von 90 bis 105 Tagen und geleitet die Jungtiere nach dem Schlupf zum Wasser. Stumpfkrokodile gehören somit zu den wenigen Reptilien, die eine aufopfernde Brutpflege betreiben. Jungtiere haben, anders als erwachsene Tiere, eine Zeichnung bestehend aus schwarzen Querbändern auf dem Rückenpanzer sowie eine gelbliche Zeichnung an den Seiten. Die Schlupflänge beträgt zwischen 27 und 29 Zentimeter. Die Lebenserwartung liegt bei bis zu 75 Jahre.

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Stumpfkrokodil („ich bin schon groß“) Foto: hiveminer

 

Gefährdung und Schutz

 

Das Stumpfkrokodil gehört heute zu den gefährdetsten Krokodilarten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als gefährdet geführt (VU, vulnerable). Das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) stellt die Tiere in Anhang II (ursprünglich sogar Anhang I) des Abkommens unter weltweitem Schutz. Bis heute ist die genaue Bestandssituation nicht abschließend geklärt. Vor allem in den Ländern, die von Kriegen heimgesucht werden, ist die Erforschung der Stumpfkrokodile völlig zum Erliegen gekommen. Genauere Zahlen lassen lediglich die westlichen Populationen zu. Hier leben Stumpfkrokodile in zum Teil geschützten Nationalparks. Die Hauptgründe in der aktuellen Gefährdungssituation liegt hauptsächlich in der starken Bejagung. Das Fleisch wird vor allem von der einheimischen Bevölkerung geschätzt. Die Haut hingegen ist nur von minderer Qualität. Ein weiterer Gefährdungspunkt ist die weitreichende Zerstörung der natürlichen Lebensräume oder die Trockenlegung von Sumpfgebieten und Überschwemmungsgebieten.

Quelle: Tierdoku, Fotos: Tierpark San Siego

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