Gesundheit

Schmerzmittel im Reisegepäck? In Ägypten droht hier die Todesstrafe

Die Verkäuferin Laura Plummer aus dem englischen Hull hatte sich auf ihre Ägypten Reise und ihren Mann gefreut. Was sie nicht ahnte, es sollte ein Horror-Trip für sie werden, der jetzt sogar mit der Todesstrafe enden könnte. Was war geschehen?

Die 33-Jährige Britin wurde am Flughafen festgenommen, weil sie Schmerztabletten im Gepäch dabei hatte.

Laura Plummer hatte das Medikament Tramadol im Gepäck, welches in England völlig legal ist und bei mittleren bis starken Schmerzen verschrieben wird. In Deutschland sind vergleichbare Medikamente z.B. unter dem Namen „Diclofenac“ bekannt. Laura hatte eine größere Menge von 290 Stück im Gepäck dabei, weil ihr ägyptischer Mann unter Rückenschmerzen leidet. Für ihn hatte sie die Tabletten mitgenommen, wie der Guardian berichtet.

Worauf viele Urlauber nicht achten: Ob Medikamente frei in den Apotheken erhältlich sind, oder aber verschreibungspflichtig in der Heimat sind, spielt in vielen ostasiatischen und vor allen Dingen in muslimischen Urlaubsländen keine Rolle. Dort gelten natürlich landeseigene Gesetze und in Ägypten fällt das Schmerzmittel Tramadol unter das Betäubungsmittelgesetz, weil es in Ägypten als Heroin-Ersatz klassifiziert wird.

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Flughafen Kairo: Hier klickten für Laura die Handschellen AFP PHOTO

-Und keine Frage, Drogenhandel und auch nur der Besitz, wird in dem muslimischen Land hart geahndet. Hier drohen bis zu 25 Jahre Haft und es kann nach der Gesetzeslage auch die Todesstrafe verhängt werden. Laura wurde noch am Flughafen verhaftet und in ein Gefängnnis verlegt. Dort sollen furchtbare Zustände herrschen. Ihre Familienangehörigen sind vollkommen verzweifelt.

„Sie hatte keine Ahnung, dass sie etwas Verbotenes tut. Die Schmerztabletten lagen einfach oben im Koffer“, meint ihre Mutter Roberta. Noch nie hatte sie so ein Ohnmachtsgefühl, als ihre Tochter auf dem Handy nach Hause schrieb: „Ich bin in Schwierigkeiten und brauche Eure Hilfe“.

„Sie hatte keine Ahnung, dass sie etwas Verbotenes tut. Die Schmerztabletten lagen einfach oben im Koffer“, meint ihre Mutter Roberta. 2E2BF2EF00000578-3305011-image-m-14_1446810753455Noch nie hatte sie so ein Ohnmachtsgefühl, als ihre Tochter auf dem Handy nach Hause schrieb: „Ich bin in Schwierigkeiten und brauche Eure Hilfe“.

Es war zu spät, Laura war bereits mit Handschellen auf dem Weg ins Gefängnis. Als noch ihr Vater antworten wollte, war ihr Handy von Polizisten bereits abgeschaltet.

Ihr Familie reiste unverzüglich nach Ägypten um Laura zu helfen. Doch als sie im Gefängnis besuchten kamen ihnen die Tränen

„Ich habe Angst, dass sie die Haft nicht überleben wird.“

„Sie war nicht wieder zu erkennen. Sie sah aus wie ein Zombie“, erzählte ihre verzweifelte Mutter Roberta. „Ich habe Angst, dass sie die Haft nicht überleben wird.“ Laura hat schon Panik die Toilette mit jemanden zu teilen, es ist traumatisch“. Denn die 33-Jährige muss sich angeblich eine Zelle mit 25 anderen Frauen teilen.

Lange Zeit ließ man Laura Plummer auch im Unklaren, was nun geschehen werde.  Ein Anwalt vor Ort meinte, dann sie müsse auch mit der Todesstrafe rechnen.

„Es ist wie in einem Horrorfilm. Laura ist so eine liebe Person, sie mag es einfach nur gemütlich, hat ihre festen Rituale und hat sich nie etwas zu Schulden kommen lassen“, so die traurige Mutter. Auch die Reise nach Ägypten war für die 33-jährige nichts besonderes. Vier Mal im Jahr besucht sie dort ihren ägyptischen Ehemann, nie ist etwas passiert. Bis jetzt! 

Redaktion

Titelfoto: Durchsuchung am Sharm el-Sheikh airport in Ägypten

(Foto: Jamie Wisemann /Daily Mail)

 

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17 replies »

  1. Tut mir leid, aber wer schon in solche Länder reist und sich davor nicht mal darüber informiert was dort erlaubt und was nicht erlaubt ist, dem kann niemand helfen. Manche Leute sind schon naiv im Endstadium.

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    • Die gute Britin ist schon über 4 Jahren mit ihrem „Ägyptischem Mann“ leiert. Vor zwei Jahren hatte der einen Unfall, seit dem Rückenleiden. Was hat der Kerl bloß die letzten zwei Jahre gemacht, ohne die Tabletten. Und zwei Jahre lang sich nicht über Einreisebestimmungen, obwohl viermal im Jahr dort hin, sich zu erkundigen … Einfach voll BLÖD die Alte !

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      • @printy: ihr „Ägyptischer Mann“ muss ihr 4 Jahre lange gehörig was vorgeleiert haben…wenn du verstehst was ich meine 😉 🙂

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    • Ja, völlig richtig.

      Und übrigens: Tramadol (Wirkstoffname), hier auch z.B. als ‚Tramal‘ erhältlich, ist – anders als der Artikel suggeriert – keineswegs dasselbe oder auch nur vergleichbar mit ‚Diclofenac‘.

      Tramadol ist ein Opioid und kann sehr wohl in anderen Lädern verschärften Reglungen unterliegen.

      Einfach davon auszugehen, so etwas könne man unbedenklich überall mit hinnehmen – und dann noch in der Menge (!) – ist schon äusserst ‚blauäugig‘, um es mal sehr zurückhaltend auszudrücken!

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      • Danke für die Info wg dem Opioid, wusste ich bisher nicht.

        Zurück zu dem Fall der Britin: das ist bestimmt so eine Frau im mittleren Alter, die nicht die dazugehörige App „Was darf ich bei der Einreise nach Ägypten mitnehmen und was nicht“ gefunden hat. Ich denke irgendeine Ausrede dieser Art wird kommen.

        Weiß jemand was die auf der Insel ins Trinkwasser mischen?

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  2. Das ist schon eine harte Nummer. Ich hab mal auf den Seiten des Auswärtigen Amts geschaut sowie auf der Website der deutschen Botschaft in Kairo, aber keinerlei Hinweise darauf gefunden dass u.U. hier frei verkäufliche Schmerzmittel oder ähnliches dort verboten sind. Insofern ist es auch schon ziemlich schwierig das vorab zu wissen – das hätte mir auch genauso passieren können, lediglich in der Menge würde ich keine Medikamente einführen. Ich hoffe der Frau kann geholfen werden.

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  3. 290 Tabletten als Eigenbedarf?
    Wer soll das denn glauben?
    Im übrigen gibt es in jedem Land Toll Bestimmungen für die Einfuhr von allem möglichen, natürlich auch die von Medikamenten. Ich glaube 290 Rezeptpflichtig Pillen dürfen nirgendwo eingeführt wrden

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    • Tramadol ist ein Opioid, also ein morphinähnlicher Stoff, der streng rezeptpflichtig ist. Auch in Europa gibt es ausgeprägten Missbrauch damit. Patienten mit Dauermedikationsbedarf wissen, dass sie bei Auslandsreisen nur den Eigenbedarf für die entsprechende Zeitspanne + eine Bescheinigung ihres Arztes in Englisch UND der jeweiligen Landessprache mit sich führen sollten. Die spannende Frage haben Sie bereits aufgeworfen . Welcher britische Arzt hat der Dame Rezepte für eine solche Menge Tramadol für einen in Ägypten lebenden Ehemann ausgestellt und welche Apotheke hat die verkauft? Der Stoff dürfte in GB rechtlich nicht anders gestellt sein , als in D. Wenn Sie wirklich so blond und blauäugig ist, dass sie sich von einer Ägypten-Connection als Kurier hat missbrauchen lassen, dann tut sie mir wirklich leid.

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  4. ägyptischer ehemann und keine ahnung von irgendwas?
    glaub davon kein wort. entweder ist die vollkommen verdummt, wofür auch der ehemann spricht, oder einfach …

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  5. Nein.
    Bedarf für ihren ägyptischen Mann. Lesen Sie genau, dann muß ich ihnen nichts erklären.

    Hätte sie einen englischen Mann mit Rückenschmerzen, sie wäre noch in Freiheit.

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  6. Tja, es gibt da noch einen anderen Gesichtspunkt.

    …….Und der ist Ideologisch, Dchihadistisch, Muslimisch.

    Sie ist mit einem Muslim verheiratet und da erwartet man in Ägypten das sie konvertiert.
    Ja vor 10 – 15 Jahren gab es dort Fälle bei denen muslimische Männer von ihren „ungläubigen“ Frauen zwangsgeschieden, deren Ehen ungültig erklärt wurden.
    Viel mehr solche Fälle aber gab es, wenn eine Ägypterin einen Westler geheiratet hatte. Da wurden die Ehen gar nicht erst anerkannt und es gab sogar Verhaftungen von solchen Paaren, wenn die nach Ägypten einreisten.
    Staatschef Al-Sisi ist zwar kein Islamist, aber er kann nicht den ganzen Apparat kontrollieren und der ist eben doch auch von Islamisten durchsetzt.

    Also diese Islamisten würden ohne zu zögern diese „Ungläubige“ hinrichten, denn diverse „Fatwas“ ….also Islamische Rechtsgutachten, befürworten das.
    Dieses Problem gibt’s in Ägypten schon lange und die Al-Azhar Universität spielt dabei eine massgeblich unrühmliche Rolle.

    Es kann sehr gut sein, dass man mit dem Medikament eine Ägypterin anstandslos hätte passieren lassen.
    Bei einer Ausländerin aber langt man gerne mal zu.
    Sowas bringt den Beamten Prestige, dem Land aber grossen Schaden.

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  7. Oder doch Drogendealerin im Auftrag ihres Mannes? Wenns bei 100 Versuchen 1 Mal nicht klappt bleibt dennoch genug Geld übrig um die Frau aus dem Knast zu freizukaufen.

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  8. Zu den Tabletten kann ich nichts sagen, ich bin kein Mediziner.
    Aber einiges andere finde ich schon Mysteriös womit das Ganze unglaubwürdig erscheint.
    290 Tabletten ! Verständlich wären dann 300
    Welche Verpackungsgröße liegt dem zu Grunde?

    Sie in England – er in Ägypten ohne dass weiter erwähnt wird WIESO?
    Ist er englischer Bürger – was macht er in Ägypten?
    Auch davon lassen sich eine Reihe Fragen ableiten . . .
    Sollte er Ägypter und vermutlich ein Moslem sein, würde eine solche Ehe mit einer Ungläubigen, gem. Koran, gerade in einem Muslimischen Land, mit weiteren Problemen behaftet sein.

    Auch werde keine Aktivitäten das auswärtigen Amtes seitens England erwähnt, die ja bei Inhaftierung eines britischen Staatsbürgers aktiv werden müssten.

    Mir sind ähnliche Fälle bekannt, wo in einem Muslimischen Land (Saudi Arabien) eine ausländische weibliche Person wegen Verstoß gegen die dort geltende Moral, inhaftiert wurde.
    Ihr Fehler war, eine Vergewaltigung zur Anzeige gebracht zu haben.
    Nach der Islamischen Rechtsprechung ist bei Sexualdelikten IMMER die Frau der schuldige Part, da sie den Mann zum Außerehelichen Geschlechtsverkehr verleitet hat.

    Ich schrieb hier über zwei derartige fälle, verzichte hier aber Links zu meinen Beiträgen zu setzen. Beiden Frauen drohte die Steinigung. . . . Beide Frauen wurden nach über einem Jahr Haft, durch Zahlung einer Million Kaution in ihre Heimatländer abgeschoben.
    Das sind Verbriefe Fälle

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