Gesellschaft

Volkstrauertag: „Deutschland muß leben und wenn wir sterben müssen!“

Am Sonntag ist Volkstrauertag, aber wer weiß heute eigentlich noch um seine Bedeutung?

„Volkstrauertag! Der erste deutsche Volkstrauertag soll in erster Linie dem Ehrengedenken unserer im Weltkriege gefallenen Väter, Brüder und Söhne gewidmet sein. Es ist nur zu wünschen, daß sich diese ernste Feier recht tief und fest und feierlich, auch ohne viele Reden und Gesänge, aus dem ureigenen deutschen und menschlichen Empfinden heraus geltend macht in den Herzen des ganzen Volkes.“

Der Volkstrauertag wurde 1919 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge als Gedenktag für die gefallenen deutschen Soldaten des Ersten Weltkrieges vorgeschlagen. 1922 fand die erste Gedenkstunde im Reichstag statt. 1926 wurde entschieden, den Volkstrauertag regelmäßig am Sonntag Reminiscere (fünfter Sonntag vor Ostern) zu begehen.

Der Volkstrauertag wurde erstmals am 1. März 1925 begangen, der erste Reichspräsident Friedrich Ebert war am Vortag verstorben. Überall fanden Gedenkfeiern für die deutschen Gefallenen des Ersten Weltkriegs statt. Die Cellesche Zeitung berichtete in ihrer Ausgabe vom 27. Februar 1926

„Volkstrauertag! Der erste deutsche Volkstrauertag soll in erster Linie dem Ehrengedenken unserer im Weltkriege gefallenen Väter, Brüder und Söhne gewidmet sein. Es ist nur zu wünschen, daß sich diese ernste Feier recht tief und fest und feierlich, auch ohne viele Reden und Gesänge, aus dem ureigenen deutschen und menschlichen Empfinden heraus geltend macht in den Herzen des ganzen Volkes.“

( Cellesche Zeitung: Den Gefallenen)
In der Weimarer Republik wurde der Volkstrauertag nicht zum gesetzlichen Feiertag erklärt. Dies hatte mehrere Ursachen:

In der Weimarer Verfassung war nicht klar definiert, ob die Zuständigkeit für die Einführung gesetzlicher Feiertage beim Reich oder den Ländern lag. Dies führte im Laufe der Jahre zu unterschiedlichen Regelungen, Terminen und Durchführungen je nach Land.
Hinsichtlich des Termins gab es lange Zeit Konflikte mit den beiden großen Kirchen. Beide haben im November Gedenktage für die Verstorbenen (Allerseelen oder Totensonntag). Vorgeschlagene Termine im Frühjahr am Sonntag Invocavit (sechs Wochen vor Ostern) oder am Sonntag Reminiscere (fünf Wochen vor Ostern) liegen jedoch in der Fastenzeit bzw. Passionszeit.
Die politische Instabilität der Weimarer Republik sorgte dafür, dass einige Versuche, den Volkstrauertag gesetzlich zu regeln, im Gesetzgebungsprozess stecken blieben, da der Reichstag mehrmals vorzeitig aufgelöst wurde.

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Die Sonntage mit reichsweiter Staatstrauer bis zur Umbenennung in Heldengedenktag waren:

1. März 1925
28. Februar 1926
13. März 1927
4. März 1928
24. Februar 1929
16. März 1930 (9. November 1930)
1. März 1931
21. Februar 1932
12. März 1933
25. Februar 1934

Der Volksbund verband mit dem Volkstrauertag die Zielvorstellung, eine bei allen Deutschen einheitliche Erinnerung an das Leid des Krieges zu bewirken und so die Deutschen „über die Schranken der Partei, der Religion und der sozialen Stellung zusammenzuführen …, auf daß aus den Gräbern unserer fast zwei Millionen Gefallener uns Mut und Kraft zu segensreicher Arbeit an unseres Volkes und unseres Vaterlandes Zukunft erwachsen kann.“Viele Redner und Kommentatoren knüpften anlässlich des Volkstrauertages an die Tradition des „Burgfriedens“ und die Euphorie, die eine große Anzahl der Kriegsfreiwilligen im August 1914 erfasst hatte, an: „Was wußten sie von Klassenhaß, der heute unser Volk zerfleischt? Nicht rechts, nicht links gerichtet waren sie, sondern alle nur deutsche Brüder.“ Nicht zu übersehen war auch der Versuch, aus der Erinnerung an den Krieg neben dem Appell an die Einigkeit des Volkes die Botschaft zu vermitteln, dass es das höchste Ideal sei, alles für das Wohl Deutschlands zu opfern und seine eigenen Ansprüche zurückzustellen. So sprach der Hamburger Pastor Jähnisch auf der zentralen Gedenkfeier auf dem Ohlsdorfer Friedhof 1926: „Unsere Toten mahnen. Und darauf kommt es an. Horche jeder auf den Geist der Toten und bekenne sich zu ihnen: Selber riefst du einst in Kugelgüssen: Deutschland muß leben und wenn wir sterben müssen!“

Diese Zielsetzung und die zum Teil offen republikfeindlichen Reden auf den Kundgebungen bewirkten eine mangelnde Identifizierung großer Teile der Bevölkerung, insbesondere der Anhänger der Republik sowie der Kommunisten, mit dem Volkstrauertag. So betitelte die kommunistische Zeitung Der Abend aus Hamburg einen Kommentar mit der Überschrift „Volkstrauertag – Kriegshetzertag“. Doch auch diese Gruppen versuchten wie der Volksbund, über ihre Äußerungen das kollektive Gedächtnis und die Identität der Deutschen zu beeinflussen. Sie nutzten den Volkstrauertag für wiederholte Appelle zur Friedensbereitschaft: „Wir geloben, alles daran zu setzen, daß sich ein solcher Krieg nicht wiederholt.“ sprach bei der Hamburger Trauerfeier 1928 ein Vertreter der Jungdemokraten.[18] Und die Vereinigung ehemaliger Kriegsgefangener erklärte 1927: „Mögen diese Toten … die Saatkörner sein, die der Welt den ersehnten ewigen Frieden geben.“

Wie unterschiedlich auch die Zielvorstellungen der einzelnen Gruppierungen waren, alle nahmen sie für sich in Anspruch, den „Geist“ bzw. die „Botschaft“ aller Gefallenen zu kennen und für die Gegenwart interpretieren zu können. Auf diese Weise wurde das Ziel, an diesem Tag alle Deutschen in der Trauer zu einigen, jedoch verfehlt. Deshalb blieb auch die aktive Beteiligung an den Feierlichkeiten zu den Volkstrauertagen weitgehend auf Mitglieder des konservativen und nationalliberalen Milieus beschränkt. (Wikipedia)

Das linke Milieu in Deutschland zeigte sich zum Volkstrauertag und damit auch zu den Millionen gefallenen Deutschen, die auch für ihre Freiheit und Heimat starben, stets distanziert und ablehnend.

 

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10 replies »

  1. Immer wenn ich solche Artikel lese, fühle ich Heiko Maas‘ über meine Schulter blicken und mir ins Ohr flüstern: „Na, darfst Du das denn lesen? Oder sperre ich Dich dafür schon ein?“
    Ist das nicht gräßlich?
    Ich erwarb einige (gebrauchte) Bücher zum Thema Kriegserinnerungen -erlebnisse. Es ist mir völlig unverständlich, daß man diese tollen Jungs heute in Summe verdammt. Ich bin so vieles in D so leid. Diese Nichtskönner und Nichtswisser, die uns etwas überstülpen, das wir niemals waren und alles andere unter Strafe stellen..

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    • Das was du fühlst, ist nicht Heiko Maas, sondern die jahrzentelange Indoktrination und anti-deutsche Erziehung. Das du darüberhinaus noch etwas für unser Land fühlst, spricht wiederum für dich

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  2. … Deutschland muß leben und wenn wir sterben müssen

    Na ja … es wäre wohl weniger notwendig, daß ‚wir‘ stürben als vielmehr, daß die BRD endlich stürbe … damit Deutschland wiedergeboren werden könnte. Aber die BRD – und mit ihr natürlich die überall an der Macht befindlichen BRDler – sieht das naturgemäß etwas anders: Deutschland muß tot sein – und bleiben – , damit die BRD leben kann!

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