Finanzen

Der gläserne Bankkunde – Ab Januar 2018 völlig transparent

Achtung: Ab Januar gehören Ihre Bankdaten nicht mehr Ihnen

Kaum zu glauben, aber wahr: Ab Januar 2018 muss Ihre Bank fremden Dienstleistern Zugriff auf die Daten Ihres Bankkontos gewähren. Verantwortlich dafür ist eine neue EU-Richtlinie. Das Bankgeheimnis wird de facto völlig abgeschafft, die Nachfrage nach Kryptowährungen dürfte explodieren.

In der Realität existiert das Bankgeheimnis in Europa (immerhin ein Gewohnheitsrecht, das seit dem 17. Jahrhundert verbürgt ist) so gut wie nicht mehr. Formaljuristisch mag es so etwas wie ein Bankgeheimnis noch geben, in der Praxis spielt es aber (fast) keine Rolle mehr. So können Behörden bereits seit Jahren sämtliche Transaktionen von Bankkonten einsehen. urn-newsml-dpa-com-20090101-161220-99-606261-large-4-3Was zunächst auf Verdachtsfälle gegen den Kontoinhaber beschränkt war, gilt inzwischen auch dann, wenn es überhaupt keine Anhaltspunkte dafür gibt, dass eine bestimmte Person etwas Unrechtmäßiges getan hat.

Seit dem 25. Juni 2017 dürfen Finanzbehörden auch sogenannte Sammelauskunftsersuchen stellen „über eine ihr noch unbekannte Anzahl von Sachverhalten mit dem Grunde nach bestimmbaren, ihr noch nicht bekannten Personen“ (§ 93 Abs. 1a der Abgabenordnung). Sprich: Die Finanzbehörde kann einer Bank die Auflage stellen, ihr sämtliche Konten von Personen offenzulegen, die bestimmte Kriterien erfüllen. Welche Kriterien das sind, steht im Gesetzestext nicht. Bedingung ist zwar, „dass ein hinreichender Anlass für die Ermittlungen besteht und andere zumutbare Maßnahmen zur Sachverhaltsaufklärung keinen Erfolg versprechen“. Aber das bedeutet eben nicht, dass gegen die Personen, deren Kontodaten eingesehen werden, auch Verdachtsmomente bestehen müssen. Es reicht aus, wenn die Finanzbehörde ganz abstrakt „hinreichenden Anlass für Ermittlungen“ sieht – und zwar völlig egal, gegen wen und warum, erklärt Olivier Baron.

Aber die schleichende Abschaffung des Bankgeheimnisses geht noch weiter: Ab Januar 2018 muss Ihre Bank nicht nur den Behörden, sondern auch privaten Finanzdienstleistern Zugang zu sämtlichen relevanten Daten ihres Bankkontos (inklusive Kontostand und Transaktionen) gewähren (siehe hier). Verantwortlich dafür ist die neue EU-Richtlinie Payment Services Directive 2 (PSD2), die Banken dazu verpflichtet, eine Schnittstelle zu schaffen, über die Drittanbieter Zugriff auf Ihre Kontodaten erhalten. Zwar müssen Sie als Bankkunde zustimmen, dass ein bestimmter Finanzdienstleister Ihre Kontodaten einsehen darf. In der Praxis ist aber absehbar, dass viele Finanzdienstleistungen (man denke an Kreditkarten, Online-Zahlungsdienste, u.v.a.m.) ohne Zugriff auf Ihre Kontodaten einfach nicht mehr angeboten werden! Stimmen Sie also nicht zu, werden Sie entsprechende Dienstleistungen womöglich gar nicht mehr in Anspruch nehmen können. Spätestens durch die PSD2-Richtlinie wird das Bankgeheimnis völlig ausgehebelt. Realität ist stattdessen der gläserne Bankkunde, dessen Daten nicht mehr ihm selbst gehören, sondern eben auch den Finanzbehörden und privaten Finanzdienstleistern.

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15 replies »

  1. Ja wir sind doch selber schuld, haben wir doch seit 1990 geschlafen und haben erlaubt, daß die mit uns gemacht haben, was sie wollten. Das ist ein Fortsetzungsroman, denn der kann endlos geschrieben werden, Ende offen. Ob wir das dann aber noch erleben, steht in den Sternen.

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    • Bitte keine Sippenhaft mit dem sozialistischen „wir“!
      Ihr mögt vielleicht geschlafen haben, ich habe nicht erlaubt, was sie mit mir gemacht haben. Nur hat das nichts genützt. Sie haben sich nicht um Erlaubnis geschert und werden sich auch zukünftig um Erlaubnis scheren. Herrn Junker´s berühmte Aussage könnte heute aktualisiert lauten: “ Wir stellen etwas in den Raum und uns ist egal ob jemand schreit. Widerrede ist verboten…“

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  2. Ich habe Ende der 1960er in einer deutschen Großbank gearbeitet. Schon damals wurde jede Anfrage des Finanzamtes nach Kontoständen korrekt beantwortet. Bei Erbfällen waren die Anfragen üblich.

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  3. Ich habe nichts gegen die Abfrage meiner Kontostände, wenn dies entsprechend begründet wird, denn ich habe mein Geld mit meiner Arbeit verdient. Aber: Ich habe etwas gegen die unterschiedliche Einordnung und Behandlung von Bankkunden! Am 03.05.2016 wurde ein Artikel „LuxLeaks:Steuer-Bordell Luxemburg kostet den BRD Steuerzahler bis zu 2 Billionen Euro“ (Webseite: Der Wächter) veröffentlicht – bis heute gab es dazu in der Presse keine Aufklärung! Am 29.04.2016 wurde ein Artikel „Brüssel Business-Skandale in der EU- Wer steuert die Europäische Union wirklich?“ (Webseite: Netzfrauen.org.) veröffentlicht. Dabei ging es um Konzernlobbying – es erfolgte wiederum keine Reaktion weder im Netz, noch in der Presse! Aufklärungsbedarf Fehlanzeige! Wer sich für diese Artikel interessiert, diese sind mit Eingabe der vorgenannten Überschriften heute noch im Netz aufrufbar. Bilden Sie sich bitte selbst Ihr Urteil !

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  4. so ist es halt mal so in einer faschistischen , sozialistischen Diktatur in der Bananenrepublik BRVD wo man durch Willkür um seine Rechte und seiner persönlichen Meinung beraubt wird. Dies hatten wir unter ADDI schon ebenso unter der Weimarer Republik . Fakt ist das sich nichts aber auch nichts positives seit über einhundert Jahren für uns das Volk je verbessert hatte und dies wird so bleiben. Solange dieses Unrechtssystem der BRD nicht beendet wird ebenso das Geldsystem mit Fiat Money und Giral – Geld Computer – Geld !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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