Politik

Emnid-Wunschergebisse machen Bild und RTDeutsch glücklich – „passgenaue Informationen für den Kunden“

 

„Passgenaue und zielorientierte Informationen“ für die breite Masse, sichert dem Auftraggeber die nötigen Ergebnisse, auch die Widerspenstigen zu überzeugen.

Eine „Studie“ zur Meinungsbildung, die nicht hätte besser laufen können. Merkel, Macron und sogar Putin lassen sich feiern. Schlecht weg kommt nur US-Präsident Donald Trump, aber wen mag das überraschen? Transatlantiker Julian Röpel von „Bild dir deine Meinung“ ist besorgt. Nach einer aktuellen „Umfrage“ von Kantar Emnid ist der russische Präsident Wladimir Putin in Deutschland weitaus beliebter als sein US-amerikanischer Amtskollege Donald Trump. Das bemerkt auch RTDeutsch wohlwollend, ist doch Putin der quasi Brötchengeber für ein bißchen verbliebener russischer Propaganda in Deutschland.

Dennoch, nicht das Wladimir Putin bei den Ostdeutschen (Julian Röpke von CIA-Bild:“Ossis“) ein paar Bonusmeilen sammeln kann, ist die eigentliche Botschaft. Die Grafik suggeriert hier sehr auffällig, dass eine Bundeskanzlerin Angela Merkel mit noch satten 51 Prozent Zustimmung, doch nicht verkehrt sein kann? Trotz einer Politik die der Abschaffung der Deutschen und darüber hinaus auch der europäischen Ur-Bevölkerung geschuldet ist, kommen die zwei apokakyptischen Reiter Macron und Merkel auf stolze 106 Prozent Zustimmung. Wer hätte das gedacht?

Das Meinungsforschungsinstitut Emnid nennt sich heute übrigens „Organisation Kantar Emnid“. Als wenn uns bei Organisation“ nicht sofort etwas klingeln würde? Emnid wurde 1945 in Bielefeld von Karl-Georg von Stackelberg gegründet, war eines der ersten Unternehmen im Bereich „Erforschung der öffentlichen Meinung“. Gerne wurde die bereitgestellten Informationen von Politikern für Wahlen „genutzt“. Die Bundesregierung beauftragte das Unternehmen mit regelmäßiger Beobachtung der politischen Landschaft. Die Betonung liegt auf „genutzt“.

Renate S.( Name geändert) hat viele Jahre Umfragen und Statistiken für ein bekanntes, sog. Meinungsforschungsinstitut erstellt und berichtet: „Sicher werden seit vielen Jahren Menschen angerufen und nach ihren Ansichten zu unterschiedlichsten Themen, befragt, sodass für jeden Auftraggeber, die gewünschten Zahlen vorgelegt werden können. Die politischen Ansichten und Überzeugungen von Wählern ändern sich im Laufe der Jahre kaum. So ist es verständlich, dass eben jene Menschen aktuell angerufen werden, – selbst das geschieht nicht immer, denn oftmals sind es alte Daten- die nach Karteivorlage und Wissen, das Wunschergebnis liefern.“

„Jede Studie wird individuell mit Ihnen abgestimmt, wirbt Emnid Katar auf seiner Homepage. Wir beraten Sie dabei in allen Schritten: von der Idee und der Methodenwahl über die Fragenformulierung bis zur Verwertung der Ergebnisse. Wir entwickeln gemeinsam mit Ihnen die optimale Lösung für Ihr Anliegen – passgenau, zielorientiert, mit den höchsten Qualitätsansprüchen!“

Kantar Group

DioWOcYXsAApwqIFast unbemerkt ein kleiner entlarvender Satz hinter diesen „grandiosen Ergebnissen“ zur öffentlichen Meinung: „Die Umfrage wurde zwischen dem 17. und 19. Juli mit 1.011 Befragten durchgeführt.“
RTDeutsch und Julian Röpke von der transatlantischen Bildzeitung haben gemeinsame Interessen: „Eine aktuelle Studie hat erhoben, welchen internationalen Spitzen-Politikern die Bundesbürger das meiste Vertrauen entgegenbringen.“ Soso, eine Handvoll Bundesbürger, dessen politische Ansichten bei Emnid und Co. seit Jahren gut dokumentiert vorliegen, sind DIE BUNDESBÜRGER und offenbaren die Meinung eines 80 Millionen Volkes? Lasst euch nicht für dumm verkaufen…

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Markt- und Meinungsforschung weiß alles über uns – oder? Erst kürzlich stand in der Zeitung zu lesen, dass die ÖsterreicherInnen der Arbeiterkammer mehr vertrauen als dem Bundespräsidenten; das Vertrauen in den ORF hält sich in Grenzen, ebenso wie in die Gewerkschaft, ganz schlecht schaut es für die Bundesregierung und für die Wiener Börse derzeit aus. Das war das Ergebnis einer Meinungsumfrage.

Ebenso konnten wir lesen, dass drei Viertel aller ÖsterreicherInnen ihren Gesundheitszustand als sehr gut oder gut betrachten. Will man wissen, wie wir international dastehen, bieten Umfragen auch hier ein Ergebnis: 67% der Österreicherinnen und Österreicher glauben, dass die ärztliche Versorgung im EU-Vergleich bei uns besser ist, 13% meinen allerdings, dass Österreich punkto Mode dem Ausland hinterherhinke. Wir können aber auch fast täglich den Medien entnehmen, welche PolitikerInnen (die wir gar nicht persönlich kennen) besonders vertrauenserweckend sind und welche weniger. Und wir wissen bereits am Morgen, wie viele Österreicherinnen und Österreicher am Vorabend welche TV-Programme gesehen haben. Eigentlich weiß man alles über uns, die Markt- und Meinungsforschung hat uns fest im Griff. Die Ergebnisse von Umfragen zeigen uns täglich, welche Meinung wir haben. Wie Umfragen funktionieren, wie weit man diesen Ergebnissen vertrauen kann und wie seriös sie sind, all das wird in diesem Band beantwortet. BUCH BESTELLEN

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4 replies »

  1. Den Sachverhalt getürkter „Ergebnisse“ kann ich bestätigen. Meine Freundin war über 10 Jahre bei der Forsa.
    Bei denen geht das so:
    Zu allen möglichen Themen werden „Studien“ gemacht. Zum Schluß werden persönliche Daten wie Alter, Beruf, ungefähres Einkommen, etc. abgefragt und dann die Sonntagsfragen und last but not least „… ob Forsa wieder anrufen darf….“ Offizell werden danach die Daten gelöscht. Wer´s glaubt…. faltet die Zitronenfalter.
    Es ist also ein Kinderspiel für „Ergebnisse“, die der Auftraggeber erwartet, entsprechend zu liefern. bussy as usual. Kohle heiligt bekanntlich die Mittel und das Bankkonto. Skrupel, das Volk völlig zu verarxxen kennen die nicht. Und zwar ALLE dieser sogenannten Institute. Aber das ist eben der Zeitgeist einer völlig abgehobenen und bornierten Elite.
    Es ist daher absolute Zeit- und Energieverschwendung sich auch nur eine Sekunde sich mit solchen Studien zu beschäftigen.

    Ansonsten ist das hier ein schöner Blog. Wird sicher noch viele Anhänger finden.

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  2. Besonders schockierend ist, dass die Schlafnasen nicht merken, wie sie übers Telefon ausgefragt werden. Anonym sind da nur die Frager mit seltenen Namen, wie Schmidt und deutlichem Akzent, der auf eine andere Muttersprache, als Deutsch hinweist.

    Zuerst wird gefragt , ob die angerufene Person mit dem Namen im Telefonbuch identisch ist. Dann erst kommt der Hinweis auf die Umfrage im Auftrag des Instituts Blabla. Spätestens jetzt den Hörer auflegen bzw. die entsprechende Taste drücken!

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